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Allgemeine Nähtips

 


Papier für den Schnitt

Man muß den Schitt ja selber (ab)zeichnen, wenn es kein Kaufschnitt ist, aber auf was? Man braucht ja recht viel Papier am Stück. Am billigsten ist Zeitungspapier. Das gibt es in großen Bögen und es reißt nicht gar so leicht. Wenn du nur ein schon ausgeschnittenes Teil im Umriß nachfahren mußt, ist es perfekt. Zum Ausradeln wähle Seiten mit möglichst großen, einheitlich hellen Flächen, da sieht man die Löcher am besten. SZ und FAZ haben besonders große Seiten; die Aktienkurse sind besonders gut geeignet. Auch gut: das graue, dünne Papier, in das im Laden Geschirr verpackt wird. Es ist nicht allzu reißfest (also ungeeignet für Schnitte, die oft verwendet werden), nimmt aber in der Aufbewahrung wenig Platz weg, man sieht wegen der einheitlichen Farbe das Ausgeradelte gut, und man kann mitunter sogar durchpausen, wenn die Vorlage viel Kontrast hat. Richtig viel Papier am Stück bieten Papiertischdecken, die es in Rollen gibt. Nicht allzu reißfest, dafür schön groß, oft mit integrierten Hilfslinien in Form eingeprägter Karos, und man kann auch durchpausen. Zum Durchpausen von schwierigen Vorlagen eignet sich Plastikfolie, wie man sie bei Malerarbeiten unterlegt - je dicker, desto einfacher in der Handhabung.

Solltest du Zugang zu einem originalen Schnittmusterbogen

haben, egal wie jung er sein mag, verwende bitte auf keinen Fall ein Kopierrädchen! Schnitte waren immer schon Wegwerfartikel, und genau deswegen sind nach ein paar Jahren so wenige davon übrig, daß sich Leute wie wir die Finger danach abschlecken. Ziehe lieber den ganzen Bogen durch den Kopierer und radele durch die Kopie durch, oder pause ihn ab. Leider kann man nur auf Plankopierern einen ganzen Schnittbogen auf einmal kopieren, aber meide sie! Die sind erstens sauteuer und haben zweitens alle Papiereinzug; die mechanische Belastung hält älteres Papier nicht aus. Da ist es besser, auf einem normalen A3-Kopierer vier oder mehr Kopien pro Bogen zu machen. Ist der Bogen ganz alt (also etwa vor 1930), vermeide kopieren und/oder scannen so weit als möglich: Licht schadet ungemein, und das Licht von Kopierern und Scannern ist sehr hell. Papier aus dem späten 19. und frühen 20. Jh. ist ohnedies genug gefährdet, weil es säurehaltig ist und sich deshalb leicht zersetzt. Das Auf- und Zufalten und Auflegen schadet natürlich auch, rein mechanisch. Bewahre deine alten Schnitte und Zeitschriften - selbst die nur wenige Jahrzehnte alten - lichtgeschützt und trocken (aber nicht furztrocken, das macht das Papier bröckelig) auf.

Schnitt auflegen

Ein großes Problem beim Auflegen und Ummalen des Schnittes ist, daß die Schnitteile gern verrutschen. Dem läßt sich abhelfen, wenn der Stoff glatt auf einen Teppich gelegt wird. Je dicker, desto besser. An allen Ecken und entlang langer Kanten des Papierschnitts jagt man dann Stecknadeln leicht schräg in den Teppich, so daß die Nadel bis auf den Kopf darin versinkt. So kann der Papierschnitt nur dann verrutschen, wenn man regelrecht daran zieht. Wenn der Teppich auf Parkett liegt, denk daran, daß die Nadelspitzen Spuren in der Versiegelung hinterlassen können.

Schnittlinien anzeichnen

Das häufigste Mittel der Wahl ist Schneiderkreide. Die verliert aber schnell ihre scharfen Kanten, so daß die Linien nicht mehr genau werden, und/oder wird so glattpoliert, daß sie kaum noch Farbe abgibt. Schärfe die Kanten, indem Du mit der Schneide der Schere oder eines Messers daran entlangfährst. Von hoechstmass gibt es Sets aus Schneiderkreide-Minen in verschiedenen Farben, einem Stift, in den man sie einführen kann, und einem Spitzer. Nicht billig, aber absolute Klasse. Für dunkle Stoffe eignen sich aufgebrauchte, dünngewaschene Seifenstücke.