Anglaise, robe á l'

Die "Englische"Robe.

Die Anglaise hat sich aus dem Manteau des späten 17. Jh. entwickelt, das hinten auf Figur gefaltet war und eine Schleppe hatte. Die formenden Falten wurden von einem Gürtel und manchmal auch verborgenen Heftstichen gehalten.

Die französische Mode ließ das Mantau bald nach dem Tod Lous XIV fallen und wandte sich weniger steifen Gewändern zu, besonders der Contouche. In England hingegen erhielt sich das Manteau als "Mantua", das ebenso beliebt war wie die Contouche.

Bei der englischen Mantua wurden die Rückenfalten zugenäht und die Schleppe zur Taille hin hochgefaltet, so daß sie nicht mehr zum Boden reichte. Die geraffte Schleppe nahm oft die Form einer großen Schleife in Rücken an. Später verschwanden die Schleppen ganz.

Während der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde das Manteau im Zuge eine England-Manie als "robe à 'anglaise" nach Frankreich re-importiert und gewann rasch an Beliebtheit: Kurz vor der Revolution war man sehr für das "einfache", bürgerliche zu haben.

Die Unterscheidung française/anglaise wird auch für andere Kleidungsstücke verwendet - der Unterschied liegt fast immer darin, daß beim einen (anglaise) die Rückenfalten fastgenäht sind, während beim anderen die Falten lose fallen.


Beispiele von anglaises:

Manteau des 17. Jh.

Englische Mantua, 1720

Englische Mantua, 1770er

Französische "anglaise", 1780er